Steckbrief

➢Certified Life Coach , Dr. Bock Coaching Akademie, Berlin
➢4 Jahre Paralegal & Business Support an einer internationalen Bank, Zürich
➢4.5 Jahre Executive Admin in einem international tätigen IT-Unternehmen, Zürich
➢Berufsmaturität, kaufmännische Richtung (BMS), Zürich
➢Au-Pair in Kanada, British Columbia
➢Lehre als Dentalassistentin, Wil SG
Meine Kindheit war, was die ganze Schulzeit angeht, nicht gerade entspannt. Ich hatte Mühe den Lehrern zu folgen oder überhaupt gedanklich anwesend zu sein. Allzu oft hatte ich auch das Gefühl mich besser nicht mitzuteilen, aus Angst etwas Falsches zu sagen oder ausgelacht zu werden. Meine Noten waren nicht besonders gut und die Lehrer dachten oft ich sei faul. Die einzigen Fächer, in denen ich gut war und welche ich mochte waren Handarbeit, Handwerken und Mensch & Umwelt. Kernaussagen meiner Lehrer waren, dass ich so nie erfolgreich sein werde. Die Ablehnung nicht «gut genug zu sein» hat mich sehr gekränkt und verletzt. Ich kenne das Gefühl nur zu gut «nicht zu genügen», «nicht intelligent zu sein» oder aber sich «nicht geliebt zu fühlen». Liebe und Geborgenheit habe ich damals mit Anerkennung durch gute Schulnoten verknüpft. Meine Eltern haben mich so gut es ging unterstützt, aber oftmals waren sie hilflos. Ich war gefühlt in fast jedem Fach im Nachhilfeunterricht. Ich habe mich einsam, verloren und komplett unverstanden gefühlt. Es war eine sehr bewegende Zeit und dennoch habe ich durch sie viel an Stärke gewonnen. Ich habe gelernt, mich auf mein Bauchgefühl zu verlassen und mein Selbstvertrauen ist dadurch gestiegen.

Für meine Mutter war das ebenfalls eine sehr schwierige und intensive Zeit. Sie kämpfte mit psychischen Problemen, von denen wir aber nichts geahnt haben. In 2004/5 wurde es zunehmend schlimmer um sie und sie konnte ihre Dunkelheit nicht mehr vor uns verbergen. Das war ein Schock, weil sie meisterhaft ihre Stimmung oder ihr Leid überspielen konnte. Ich war 16 Jahre alt, als wir sie verloren haben. Annemarie war eine unglaublich starke und bewundernswerte Frau. Sie hatte eine Gabe Menschen zu faszinieren, sie zum Träumen oder Lachen zu bringen wie niemand sonst. Sie sah stets das Beste in einem Menschen – nur nicht bei sich selbst. Der Schock sass sehr tief und mich plagten Schuldgefühle, Angst aber auch Wut.

In meinen 20ern beschäftigten mich dann zunehmend folgende Fragen: “Warum bin ich hier? Was ist der Sinn von meinem Dasein? Wer bin ich? Was möchte ich in meinem Leben erreichen?“ Ich habe mich intensiv mit meiner Weiterentwicklung beschäftigt und viele Bücher gelesen und Seminare besucht. Ich bin wieder aufgeblüht und habe begonnen Stück für Stück die Scherben zu sortieren und zu verstehen was in mir vorgeht. Ich habe die Dunkelheit gesehen, aber ohne sie hätte ich niemals die Sonnenseite entdeckt. Um das eine zu erfahren, braucht es oftmals auch das gegenteilige Stück. Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, dass so viele Menschen wie möglich ihre wahre, innere Schönheit erkennen und das mit allen Facetten, die einen Menschen ausmachen.

~ Patricia Wall ~